Das Hackbrett

Ton: Polka, Eglofser Stubenmusik, 2000

 
Das chromatische Hackbrett, 4 Saiten je Ton,
mit allen Halbtönen

Der feine, weittragende Einzelton stammt von 2-5 Saiten und wird meist mit  zwei Holzklöppeln angeschlagen. Seine Blütezeit lag um 1700, als Hackbrettvirtuosen durch die Lande zogen und dieses Laieninstrument auch zu großen Kunstinstrumenten weiterbauten, aus denen sich schließlich das Hammerklavier entwickelte. 



Historisches Hackbrett mit Quintensteg,
(Heimatmuseum Obergünzburg)
Der Steg teilt z.B. eine c-Saite im Verhältnis 1:2;
es erklingt links c'', rechts g'

Leopold Mozart, Gluck u. a. schätzten es ebenfalls. Das Gauner-Patent des Schwäbischen Kreises aus Ulm 1736 stellt daneben fest: " Sollten sich ausländische Bettler und Vaganten, es seyen Christen oder Juden, Deserteurs und abgedankte Soldaten ... gedruckte Lieder und dergleichen herum tragen, und unter diesem Schein eigentlich betteln, hauptsächlich auch die schändlichen Lieder absingen, fahrende Schüler, Leyrer, Sack- und andere Pfeiffer, Hackbrettler, ... nach Verlassen wieder in das Gebiet des Schwäbischen Kreises zurückbegeben, sollen sie in ein 'Zucht= Haus' gebracht oder "scharff gezüchtigt" werden ..."

 

Quellen: Schickhaus; Klier

Das Hackbrett, das als Cymbal bei den Ungarn fast noch bekannter ist, war wiederum ein Instrument, das wohl über die Araber von Asien nach Europa eingeführt wurde. Aber sehr lange hat sich dieses Saiteninstrument im Alpenbereich gehalten, weshalb es von den kleinen Spielgruppen mit traditioneller Musik heute auch im Allgäu nicht mehr wegzudenken ist.

Hackbrettspieler mit Geiger und Cellist um 1720
in Weissenhorn (Ausschnitt, Original im Heimatmuseum)

Kupferstich aus der Totentanzfolge von Hans Holbein d.J. aus Augsburg (um 1525)

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