Franz Xaver Schnizer (1740-1785)

(geb. 13. Dez. 1740 in Wurzach, gest. 9. Mai 1785 in Ottobeuren). Als Sohn eines Tagewerkers wurde Schnizer in der Benediktinerabtei Ottobeuren erzogen und ausgebildet. Hier trat er dem Orden bei (15. Aug. 1760 Profess, 8. Juni 1766 Primiz), genoss in der Komposition den Unterricht des Benedict Kraus (1764-1766 in Ottobeuren nachzuweisen; Kapellmeister zuvor in Triest, dann in Weimar), weihte bei der Jubelfeier des Klosters die große Orgel K.J. Riepps (28. Sept. 1766). Er wirkte als Instructor Musices (Musiklehrer) und (seit 1769) als Chorregent. Vor seinem Tode war er Küchenmeister.

Schnizers Schaffen galt der Repräsentation des Reichsstiftes, dessen Musikpflege italienisch orientiert gewesen zu sein scheint. Der »vorzüglich gute Tonsetzer« schrieb für den feierlichen Gottesdienst konzertante Musik mit mehr oder minder reichem Instrumentarium (darunter das Alma redemptoris mater). Einen besonderen Wunsch seines Abtes Honorat Goehl erfüllte er mit Werken für vier Singstimmen und Orgel, die »die genaueste Kunstprüfung aushalten«. »Ottobeurens hauptsächlicher Theaterkomponist« versah die Theaterstücke am Ende jedes Schuljahres und bei anderen Festlichkeiten mit einer Musik, die als gefällig, geistvoll und bestimmt  charakterisierend empfunden wurde. Der bewunderte Spieler veröffentlichte sechs Sonaten, die den Ottobeurer Orgeln nahe stehen und zwischen zwei schnelle Sätze abwechselnd ein Minuetto mit Trio oder einen langsamen Satz einfügen.

Werke 
A. Mit Titel bekannt sind 17 Theaterstücke, davon 14 zum Ende des Schuljahres (1767-1780), 1 zum Namenstag des Abtes (1768), 1 zu unbekanntem Anlass; Die (vier) Tagzeiten.

B. Kirchenmusik: mindestens 3 Messen; Requiem; Alma redemptoris (1782); 5 kleinere Werke (1763, 1764, undatiert). - Zweimal 2 Hymnen (1768, undatiert). - 3. Octotonium Ottoburanum (8 Magnificat, 1768/69); Cantus Ottoburani monasterii pro festis et processionibus consuetis; 3 Messen; Kyrie, Gloria et Credo; Antiphonae in festo SS. Corporis Christi; Marianische Antiphonen; Te Deum.

C. Instrumentalmusik: Sei Sonate per il Cemb. ed Organo op. 1, Ottobeuren (1773)

(nach MGG Bd. 11, S. 1920, Bärenreiter, 1986)

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