Musik im Allgäu und in 
Oberschwaben
im Museum in Eglofs

      

 

Musikbeispiel: Volksliedmelodie, bearbeitet für Bläserquartett von Alois Lohmiller, 1986

Die Museumslandschaft im Westallgäu ist reicher geworden: seit 12. Oktober 2002 bietet das Museum in Eglofs mit „Musik in der Region“ einen tieferen Einblick in die Musikgeschichte der Voralpenlandschaft.

In das ehemalige bäuerliche Wohnhaus am Dorfplatz bei der Kirche ist behutsam ein reicher Schatz aus der langjährigen Forschungsarbeit des Allgäu-Schwäbischen Musikarchivs eingebettet 

Das betrifft einmal die alten Instrumente, die man kaum im Allgäu vermutet hätte. Dudelsack, Schalmei und Drehleier waren Teil der Bauernfeste, die im ersten Raum des Obergeschosses dargestellt werden. Querverbindungen zur „großen Geschichte“ sind hergestellt, wie auch über 50 Tonbeispiele abgerufen werden können verschiedener Zeiten, Komponisten, Gruppen und Instrumente.

Um 1800 brachte die gesellschaftliche Veränderung auch eine der Vervollkommnung der Musikinstrumente mit sich, vor allem bei den Blasinstrumenten. Aus dem Alphorn und den Naturtrompeten entwickelten sich Instrumente mit Klappen und Ventilen, die von Laien leichter zu spielen waren. Von der Maultrommel bis zum Akkordeon können die Veränderungen ebenfalls leicht an den verschiedenen Beispielen nachvollzogen werden.



Entwicklung der Instrumenten-Bautechnik 
im 19.Jahrhunder

Spieldosen und Grammophon

 

Sackpfeife (Dudelsack), Schalmei und    
Drehleier     



Alphorn - dazu das Monochord 
zur Demonstration der Naturtöne - Büchel und 
andere Signalinstrumente



Hier darf musiziert werden mit Harfe, Kontrabass, Hackbrett, Zither, Gitarre, Akkordeon, Handharmonika, Geige

Im Zimmer der Stubenmusik laden die Instrumente die Besucher zum Spiel ein. Dazu ist von der Spieluhr bis zum mechanischen Grammophon die frühere Tonaufzeichnung dokumentiert. 

Über Kurbel und Feder erklingen wieder die alten Schellacks mit Rauschen und Knistern. Damit sind Musikbeispiele aus den Bauernstuben, von der Volksmusik bis zu internationalen Beispielen, eine weitere Ergänzung zu den Hörbeispielen von Stubenmusikgruppen. 

"Heissa, Kathreinerle", Volkslied, gesungen von den Eglofstaler Fehla, 1995

Wir sind damit Teilnehmer eines inter- nationalen Schellack-Projektes der EU

Über 80 Namen von Komponisten, Dirigenten und berühmten Interpreten der Region sind im  Zimmer der Musiker, Komponisten, Interpreten und Sammler der Region festgehalten bis hin zu bedeutenden örtlichen Musikern mit beigelegten Instrumenten und Bildern. 40 ausführlichere Lebensbeschreibungen liegen zum Hineinschnuppern und Weiterstudium bereit.



Notenschatz in alter Truhe - orginaler Notendruck für 2 Flöten "aus dem 6. Jahre der Französischen Republik" - (übersetzt, von 1799 - Sammlung Prym)

   

Hans Kreuzer (1910-2002) mit seinem Textheft (106 Lieder) und der geliebten Mandoline und Zither, auf der er noch 56 Melodien seiner Lieder vorspielte. 

Dass man im Allgäu gesungen hat und noch singt, kann - entgegen einer üblichen Behauptung - im Raum von Lied und Chor bewiesen werden. Verschiedene Gewährsleute, die den reichen Liederschatz  des Archivs ergänzten, sind hier dokumentiert. 



Kesselpauken, Fagott, Klarinetten, Geigen, 
Kontrabass, ein Teil der figuralen Kirchenmusik um 1840 neben Hörnern und Trompeten



Zunächst die reine Blechblasmusik in Eglofs 
vor 100 Jahren, die erst nach dem 2. Weltkrieg mit Holzblasinstrumenten erweitert wurde 
Die überaus reiche Orchestrierung der Kirchenmusik in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist im oberen Dachgeschoss dargestellt. Tanzmusiknoten und Bilder belegen, dass die gleichen Instrumente auch auf dem Tanzboden aufspielten – oft zum Leidwesen des Ortsgeistlichen. 

Die Wende zur lauteren Blasmusik vor etwa 150 Jahren ließ dann auch beim Tanz kräftigere Töne vernehmen. Kleine Blasmusikgruppen spielten bis noch nach dem 2. Weltkrieg zum Tanze auf, bis sie von den elektrisch verstärkten Instrumenten verdrängt wurden. So wird die Entwicklung auch der "großen" Blasmusik im letzten Teil der Ausstellung aufgezeigt mit reichen Bildbeispielen von ihrem Einsatz bei Fest und Feier. Trachtenbeispiele ergänzen die zeitliche Zuordnung. Eine Multimedia-CD fasst alle Texte, Bilder und rd. 100 Musikbeispiele zusammen und gibt die Möglichkeit, noch besser die regionale Musikgeschichte kennen zu lernen. 

Damit ist das Museum sicher ein Anziehungspunkt für Musikkapellen und Chöre, aber auch für Schulklassen und für Interessierte an regionaler Kultur. 

Öffnungszeiten: Sonntag 10-12 und 13.30-16 Uhr; Nov. bis April geschlossen; weitere Termine nach Anfrage (Tel.: 07566-1513 oder 1400)
                       

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Museumsplanung (Chronik)
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