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Volksmusik als Schlager in unserer Region
Aus den vorhandenen Schellack-Plattensammlungen verschiedener Familien, die wenigstens als CD im
Allgäu- Schwäbischen Musikarchiv erfasst sind, ergibt sich ein
interessantes Bild. Gerade aus den ersten Jahrzehnten von 1910 bis 1930
sind uns verschiedene Volksmusik- und Liedbeispiele erhalten, welche die
Zeugnisse aus den Noten- und Liedsammlungen auf schönste Weise
akustisch ergänzen können. Sie sind gleichzeitig als Schlager zu
betrachten, da sie als bekannte Titel weithin "eingeschlagen"
hatten, d.h. dass sie gut verkauft wurden.
Ein Merkmal dabei ist, dass
schwäbische Beispiele verhältnismäßig selten sind.
Wie beim schriftlich festgehaltenen Liedgut
der Liederhefte ergibt sich ein deutlicher Trend hin zum Bayrischen.
In der Sammlung bei Familie Gebhard Maurus, Höll, Röthenbach, sind
besonders reizvolle alte Aufzeichnungen erhalten. Im Lied der beiden "verlassenen
Italiener" (Ton) erzählen zwei "Gastarbeiter",
die außerhalb ihres Heimatlandes wohl vor dem 1. Weltkrieg ihr hartes
Brot verdienten, von ihrem Heimweh nach Italien.
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Die
herzerreißende Geschichte von "Mariechen
saß weinend im Garten"
gehört wie viele andere Lieder der damaligen Zeit um 1900 nicht im
engen Sinne zum überlieferten, anonymen Volkslied sondern zur
Gruppe der Kunstlieder
im Volksmund.
Aus dem Steirerland grüßen
etwa um 1910 gefühlvoll die Tiroler (!) Volkssänger mit "Mein grünes
Steirerland". Deftige Bayrische
Schnadahüpfln einer Bauernkapelle aus Nürnberg
finden wir neben Aufzeichnungen der Dachauer Bauernkapelle vom Münchner
Platzl.
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| An schwäbischen Aufzeichnungen reiner
Instrumentalstücke ist von der Baure Kapell Schwabe Karle, Stuegert das
"Mädle, ruck, ruck,
ruck" (Ton) als langsame Polka aus den 20er Jahren in der
üblichen Blasmusikbesetzung beispielhaft. Für eine bayrische Kapelle sei
hier der "Auer
Ländler" (1913) von der Kapelle "Jais", München angeführt.
Die Walzer (rd. 9% der Schellackstücke
bis um 1950) stammen oft aus Operetten. Hier: "Erklingen zum Tanze
die Geigen" in einer Blasmusikfassung. Die meisten der hier gehörten Walzer hatte die Wiener
Strauss-Familie komponiert.
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Weitere Tonbeispiele: "Alte Kameraden (Sl. Messing),
1927 und noch den bekanntesten
Marsch um 1920-30, der "Mussinan Marsch",
1935 |
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